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Ein Gott ist der Mensch, wenn er träumt,
ein Bettler, wenn er denkt.
(Hölderlin) |
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"Träume sind Schäume", sagen Sie und halten sich an die Realität, die Sie mit wachen Augen sehen. Warum nicht. Aber was, wenn die Realität so begrenzt und gar nicht nach unserer Vorstellung ist? Wie gerne würden wir unser Leben dann umgestalten! Aber wir meinen, dass wir darin gefangen sind.
Träume werden heute oft als "niedere" Bewusstseinsweise verstanden. Hölderlins oft zitierter Zweizeiler dagegen spricht davon, wie andere Zeiten und Kulturen den Traum verstehen: als einen Zustand, der Gott nahe ist und unserem wahren Selbst näher ist als unser logisch-rationales "bettlerhaftes" Wachbewusstsein.
Träume haben wie Rituale ihren Ursprung nicht in der materiellen Wirklichkeit, sondern – so nenne ich es gerne – in einem "schöpferischen Raum"; sie sind aber dennoch mit der dreidimensionalen Wirklichkeit verbunden. Unsere Realität steigt aus ihnen empor, konkretisiert sich aus den Träumen.
Es ist bewiesen, dass jeder von Natur aus die Fähigkeit hat zu träumen und jede Nacht mehrmals träumt; Sie müssen dafür nicht erst die Zauberschule von Hogwarts absolvieren. Nur das Erinnern sollten Sie vielleicht etwas üben. Ein Traumtagebuch kann die Erinnerung sehr aktivieren.
Warum sollen wir uns überhaupt um unsere Träume kümmern?
Weil sie Ausdruck und Schlüssel unserer Seele sind. Das Traumbewusstsein ist viel umfassender und tiefer als das Tagbewusstsein, welches zeitlich linear ausgerichtet ist und angeblich der Logik folgt. Unsere Träume dagegen stellen die Realität ganz auf den Kopf und schicken uns andere Botschaften. C. G. Jung sagt: Träume sind „die ungelesenen Briefe des Unbewussten an uns".
Traumbilder sind sehr komplex und ungeheuer fantasievoll; sie enthalten Erlebnisse aus unterschiedlichen Zeiten Ihres Lebens, verwenden Symbole, spielen mit einer Schöpferkraft, die Sie Ihrem Wachbewusstsein nicht zubilligen. Traumbilder können ängstigen, trösten oder zum Lachen bringen – und auf jeden Fall zum Staunen: Was ich da wieder alles geträumt habe!
Darum können sie uns eher sagen, wie es uns in unserer Realität geht als "der Kopf" und warum das so ist oder was daraus werden kann. Träume zeigen einmal Ihre Ist-Situation, so wie Ihr einfallsreiches Traumbewusstsein sie ausdrückt. Und sie verweisen auf Wege, wie es weitergeht. Sie können warnen („Das kann passieren, wenn du so weitermachst.“) oder Lösungen zeigen ("Schau mal, hast du schon an diese Möglichkeit gedacht?")
Natürlich muss man Träume erst deuten lernen. Und ein vorgefertigtes Symbollexikon reicht für Ihre individuellen Träume nicht! Ich empfehle Ihnen, um mit Jung zu sprechen: Lesen Sie Ihre "Traumpost" und gestalten Sie Ihr Leben auf schöpferische Weise neu.
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